00:00 Ja, wurde Zeit. Heiko und ich, wir hatten doch so ein bisschen andere Dinge auch noch zu tun, als diesen ganzen Lehrgang hier durchzukriegen. Aber dennoch, heute geht es weiter. Ja, was haben wir euch zu zeigen? Erst einmal diesen Katalog von R&G. Da seht ihr, das ist auch ein Handbuch und dort sind auch alle Vorschläge, wie man welche Chemikalien verarbeitet, sehr gut festgehalten. Wir arbeiten hier in dem Fall mit einem Palatalharz, einem Polyesterharz. Und dieses
00:30 Polyesterharz ist umweltverträglich. Daraus werden unter anderem Gartenteiche hergestellt und es ist ein hautbildendes Harz. Das heißt, wenn man das laminiert und es härtet aus, dann bildet sich oben eine klebfreie Oberfläche. Das nochmal dazu. So, womit arbeiten wir noch? Wir arbeiten mit einem sogenannten Tixotropiermittel. Das ist dieses kleine süße Pulver. Bitte nicht durch die Nase ziehen, man muss furchtbar niesen. Dann einmal mit Baumwollflocken in
01:05 Verbindung mit dem Harz. So, und da funktioniert es einfach so. Zuerst wird das sogenannte MEKP, sprich der härter dem Harz beigemischt. Dann wird vernünftig gerührt und zwar mit einem viereckigen Spatel. Auch wenn diese Füllstoffe drin sind, nicht, dass in den Ecken, wenn man mischt und das Ganze gut durchrührt, dann ungemischte Flächen stehen bleiben. Das darf nicht sein. Deswegen nehmen wir einen eckigen Holzrührstab. Nehmen wir einen runden Mundspatel zum Beispiel,
01:37 dann bleibt genau hier unten in der Ecke eventuell etwas stehen, womit sich nicht Harz und Härter miteinander verbinden. Und das würde natürlich hinterher nicht aushärten und dann gibt es ein Problem. Also nicht gut, diese Stäbchen weg. Womit arbeiten wir noch? Mit frischem Werkzeug, das in Verdünnung grundsätzlich drin ist, dass man zwischendurch mal die Pinsel einweicht, damit sie nicht verhärten. Wir arbeiten mit Entlüftungsroller einmal grob, Entlüftungsroller einmal fein. Mit diesem guten Gerät werden Glasfasern geschnitten,
02:12 man drückt also nur auf quasi und dann schneidet man die Glasfasern. Wir brauchen eine Glasfaserschere, hatte ich euch bereits erklärt. Dann benötigen wir eine Lammfellrolle, womit wir hinterher die Matten komplett durchtränken. Entlüftet, wie gesagt, mit den Entlüftungsrollern. Was ihr dabei haben solltet, Papier zum Abwischen, dann natürlich Mülleimer, ist klar, brauche ich nicht erzählen. Nun kommen wir einmal zu den Matten. Diese Matten, die habe ich hier liegen, ihr seht,
02:46 die glänzen so. Das heißt, das sind Matten, Glasfasermatten in dem Fall, die emulsionsgebunden sind. Es gibt auch Glasfasermatten, die sind pulvergebunden, die sind quasi auf der Oberfläche sehr stumpf, haben aber den Nachteil, dass sie sehr stark fusseln und das ist das, was möglichst nicht passieren sollte. Deswegen verarbeiten Heike und ich immer die gefinischten Gewebe beziehungsweise Matten, die hier glänzen. Das heißt, die Fasern, wenn ihr die Matte schneidet oder wie auch immer, die fusseln nicht so auseinander und die fusseln hier drauf, die
03:20 einzelnen Glasfasern, die bleiben eher fest gebunden auf der Matte. Und zu guter Letzt, nachdem wir laminiert haben, kommt dieses Material drauf, das ein sogenanntes Abreißgewebe. Dieses verbindet sich nicht mit dem Harz und mit den Matten. Das heißt, wenn man das als letzte Lage auflaminiert und man reißt das einfach von dem fertigen harten Laminat runter, dann habt ihr eine raue Oberfläche und diese raue Oberfläche ist entscheidend dafür, was wir dann später hier weitermachen. Zuerst wird also für diese Fläche, die wir hier angeraut haben, ein Dickharz hergestellt,
03:56 bestehend aus Tixotropiermittel, Baumwollflocken und einem fertig angemischtem Harz. Mit diesem Material werden die Löcher hier zugemacht. Kennt ihr sicherlich bei einem Bäcker. Da hat man so eine Tüte, Frühstücksbeutel rein, Spitze abgeschnitten unten und dann wird das hier zugedrückt. Sämtliche Ecken werden hier noch einmal abgerundet. Die gesamte Fläche wird mit diesem sogenannten Dickharz einmal übergestrichen mit einem breiten Pinsel und dann kommt die
04:27 erste Matte drauf. Dann zieht sich das Material von unten nach oben in das Harz rein. Es ist also falsch, wenn man denkt, man muss die Matte drauflegen und dann wird da drauf rumgeknetet, wie Teufel, und immer wieder neues Harz reingetan. Leute, dann läuft euch das Harz einfach weg. Das ist zu viel. Eine Matte zieht sich immer von unten nach oben voll. Zu dem Harz noch etwas. Bitte niemals mehr anmischen, als ihr in einer gewissen Zeit verarbeiten könnt. Wenn wir eine Raumtemperatur
05:01 haben, bei dem Harz hier von ungefähr 15 Grad Celsius, dann habt ihr genug Zeit. Da kommen nur zwei Prozent härter rein. Und bitte auch nicht auf die Idee kommen, einfach mal zu sagen, ich mache jetzt mal zehn Prozent härter rein. Auf keinen Fall. Wenn da steht zwei bis drei Prozent, dann sind es auch zwei bis drei Prozent. Und je mehr Härte ihr reinmacht, umso schneller wird das Material. Das kann so schnell hart werden, dass der Becher heiß wird. Das ist also ganz gefährlich. Wir haben hier ein Kobalt-vorbeschleunigtes Material, ein Harz, und der Härter dazu bringt
05:36 diese Reaktion überhaupt erst in Gang. Und wenn man jetzt zu viel von A nach B reinpackt, dann fängt das Ding an zu kochen. Das wäre eine fatale Geschichte. Und wenn euch das während des Laminierens passiert, dann habt ihr verloren. Weil das eine verbindet sich mit dem anderen halt nicht mehr. Eine Matte nach der nächsten. Deswegen exaktes Einhalten von dem Harz-Härter-Gewicht. Ganz wichtig. Beim Härter muss ich dazu sagen, mit der Spritze funktioniert das hervorragend. Wenn da steht zwei Gramm Härter auf 100 Gramm Harz, dann ist das überhaupt kein Problem. Zwei
06:08 Milliliter entsprechen zwei Gramm. Das dazu. So, in der nächsten Ausgabe zeigen wir euch dann, wie Heiko und ich laminieren. Das wird das nächste sein. Jetzt wisst ihr erstmal, was wir an Material haben, was wir brauchen. Klare Sache, den Button brauchen wir auch. Da packen wir dann hinterher ein bisschen Harz rein, um die Matten von außen zu tränken. Aber das wisst ihr. Handschuhe gehören dazu. Ganz wichtig. Und natürlich die Maske. Mit P3, Leute. Ja, es ist da. So, dann haben wir alles.
06:42 Was zur Abluft noch zu sagen ist. Ganz kurz, Leute. Wir laminieren bereits in einem freien Raum. Das heißt, ich brauche hier also keine Abluft haben. Wenn ihr das wollt, schafft euch einen Küchenlüfter an mit diesem Durchmesser. Schmeißt euch das unter die Fläche, unter das Boot. Denn das, was da drin ist, ist Styrol. Und Styrol ist schwerer als Luft. Und wenn ihr meint, ihr müsstet in einem offenen Raum, wie in einer offenen Garage oder sowas, noch Abluft schaffen. Ja, mein Gott, nochmal. Dann macht das. Dann ist das in Ordnung. Aber jault nicht rum. Wichtig ist diese Maske. Das ist das A
07:16 und O später. Und vernünftige Handschuhe. So, wir sehen uns dann Ende der Woche nochmal. Und dann werden Heiko und ich euch zeigen, wie wir hier laminieren und wie das vor sich geht. Leute, ich wünsche euch Corona-freie Zeit mit Heiko. Tschüss.